Und alle vergessen dich schon

Wie ein Geist, der in meinen Gedanken spukt … Du tauchst auf in einem Moment, mit dem hast du doch gar nichts zu tun. Meine Gedankenwelt ist wohl dein Wohnort … Allerdings, nur dort … Mein Patenkind fragt mich, warum ich keine Freundin hab und ob ich denn noch nie eine hatte … „Doch mein Schatz, bei deiner Geburt war sie dabei … Kannst du dich noch an sie erinnern? Sie hat immer mit dir gemalt auf deinem Zimmer“ … Und während ich in seine Augen schaue denke ich ‚oh man, das ist doch noch gar nicht so lange her. Du bist erst fünf und du warst zwei als sie ging‘ … Und ich frage mich, warum denk Ich denn noch an dich … Immer wieder mal, taucht dein Geruch auf meinem Kissen auf … Immer wieder mal, bist du es, die mich in meinem Traum, aus meinem Traum raus haut … Immer wieder denk ich an dich und alle vergessen dich schon … Du warst doch was besonderes dachte ich, einfach unvergesslich, dachte ich … Und das leben fährt fort, auch ohne dich, merk ich sehr bedauerlich … Warum ist dann das aufwachen aus dem Traum wie Mord … Warum sterbe ich innerlich wenn ich deine Stimme zu hören glaub … Warum bist ausgerechnet du so tief in mir drinnen, dass ich deinetwegen heul … Nach Liebe kommt Hass und verflucht hab ich dich schon … Nach jedem Traum von dir und der Feststellung, dass du nicht an meiner Seite liegst … Ich deinen Duft, doch nicht riech … Und alle vergessen dich schon … Dass ich dich noch Liebe, sage ich nicht … Nur dass ich jedesmal sterbe wenn ich merke, dass du nicht bei mir bist. Dich nur dafür hasse, weil du mir noch heute eine Träne stiehlst … Mir das peinlich ist … Wie mein Patenkind würde ich gerne an dich denken … Diese Frau, kenn ich nicht … Da war ich wohl noch klein und auch ohne sie wurde ich alt … So wichtig war sie wohl nicht … Person gelöscht, auf nimmer wiedersehen … Wie schön muss es sein Kind zu sein … Alle vergessen dich schon … Aber ich bin wie ein Stein am Gehwegrand, du kickst ihn vor dich hin und steckst ihn irgendwann mal ein … Du warst meine Person, mein Halt … Und ich könnte dich dafür hassen, dass du mich in einen Fluss warfst … Doch ich muss mich bedanken da es kein See war und ich schon bald im Meer auf andere Steine traf … Doch in meinem Dasein als Stein, war deine Hand die einzige, die mich trug und warm hielt. Mir den Halt gab, den ein Stein eigentlich nicht verdient … Liebe ist kalt unter Steinen weil jeder Stein noch an seine Person glaubt, ihn auf der Wasseroberfläche sieht wenn er nach oben schaut … Auf eine Hand hofft, die ihn aus diesem kalten nass in warme Hände nimmt doch dass geschieht nicht … Jede zufällige Berührung fremder Haut war kalt und ich wusste, das ich wieder neben einem weiteren stein lieg … Ich hab den Ozean schon durch und roll jetzt wieder den Fluss rauf … Ich suche den Gehweg und hoffe, dass du wieder vorbei läufst … Für dich würde ich wieder, Fluss abwärts und durch den ganzen Ozean rollen … Und alle, vergessen uns schon … Doch ich weiss noch, wie du ich mich aus den Dreck hebst und wir zu zweit, einen sehr weiten warmen weg gingen … Ich vergesse dich, Niemals …
Vincenzo Dei Leoni

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5 Kommentare zu “Und alle vergessen dich schon

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